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Webdokumentationen Gender in MINT (i-Docs)

Die hier zusammengestellten interaktiven Webdokumentationen (i-Docs) stellen Wissen in unterschiedlichen Formaten – Text, Audio, Video und Animationen – zur Verfügung. Wesentliches Ziel ist es, einen Kulturwandel in MINT-Fächern zu befördern, indem hinterfragt wird, in welcher Weise die eigene Perspektive, die durch geschlechtliche, kulturelle, aber auch fachspezifische Sozialisation geprägt ist, die Herstellung von Wissen beeinflusst.

Im Dialog zwischen Gender-Forschung und MINT steht eine gemeinsame Wissensexploration und Aushandlung von Wissen im Fokus. i-Docs liefern durch verschiedene Formen der Visualisierung Impulse für den (selbst-)reflexiven Austausch und weiterführende Diskussionen.

Mit Hilfe der i-Docs sollen vielfältige Fragen angestoßen werden: Welche Inhalte der Gender-Forschung können in welcher Art und Weise in den MINT-Bereich integriert werden? Welche gleichstellungspolitischen Ansätze lassen sich wie verfolgen? Und inwiefern bietet künstlerische Forschung Impulse, um einen Kulturwandel in MINT (und anderen universitären Wissenschafts- und Handlungsfeldern) anzustoßen?

Alle hier erwähnten i-Docs sind im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts Gendering MINT digital entstanden und auf dieser Website zu finden.

 

i-Doc „Marteloscope"

Bei Betrachtung des i-Docs „Marteloscope" lassen sich vielfältige Bezüge zu Gleichstellung und Vielfalt im „Organismus Universität“ herstellen. Die Heterogenität der Studierenden und Beschäftigten birgt ein großes Potential (Wissen, Erfahrungen, Kompetenzen …), bringt aber auch Herausforderungen mit sich (Missverständnisse, Konflikte …). Um sowohl das Potential aktivieren und damit zu seiner vollen Entfaltung bringen zu können, als auch den Herausforderungen zu begegnen, muss Vielfalt aktiv gefördert und gesteuert werden.

Folgende Leitfragen können bei der Betrachtung des i-Docs hilfreich sein:

  • Welchen Blick haben wir auf den „Organismus Universität“? Was sind Zweck und Ziele unserer Einrichtung bzw. unserer Tätigkeit innerhalb der Universität?
  • Welchen Wert messen wir bestimmten Tätigkeiten, Aufgaben, Fächern oder Personen bei? Welche Normen werden dabei gesetzt (wertvoll vs. weniger wertvoll, erstrebenswert vs. weniger erstrebenswert, wichtig vs. unwichtig …)?
  • Wer entscheidet über diese Normen und Werte?
  • Sind diese Normen und Werte für alle Mitglieder transparent?
  • Welche Handlungsanforderungen ergeben sich daraus?

i-Doc „Natur der Muße"

„Beschleunigung, Zeitverdichtung und Effizienz gehören zu den wichtigsten Leitfiguren unserer Zeit. Ihre Effekte verändern unsere Arbeitswelt, tragen zur globalen Umverteilung von wirtschaftlichen Ressourcen bei und lassen die Unruhe zum Signum der Moderne werden. Damit jedoch […] wird Muße nicht zu einer historisch überholten Kategorie, sondern gewinnt im Gegenteil eine neue gesellschaftliche Bedeutung. Gerade Erfahrungen der Zeitverdichtung führen zu einem grundsätzlicheren Nachdenken über Freiräume in Gesellschaft und Wissenschaft, über Potentiale für Kreativität und Innovation, die sie freisetzen können, und über diejenigen anthropologischen Grundfragen, die in dem durch Muße erfahrenen Spannungsverhältnis zwischen Produktivität und Freiheit sichtbar werden.“ (Quelle: https://www.sfb1015.uni-freiburg.de/de/forschungsprofil-1).

Das i-Doc „Natur der Muße“ lädt zum Nachdenken über Muße und Muße-Räume (in Freiburg) ein. Hier lassen sich Verbindungen zu Gleichstellung und Vielfalt und zum alltäglichen Studieren und Arbeiten an der Universität herstellen: Freiräume können Kreativität (Muße) befördern, Überforderung und Leistungsdruck können Muße verhindern. Daraus entsteht ein Handlungsbedarf für die Universität. Ein Ansatz kann z.B. sein, (Frei-)Räume so zu gestalten, dass sie Muße-affin sind. So lassen sich beispielsweise Muße-Räume schaffen, um neue Formen der (interdisziplinären und/oder statusgruppenübergreifenden) Zusammenarbeit – möglichst ohne Ergebnis- und Leistungsdruck – zu fördern, wie es das Konzept der „Open Spaces“ vorsieht. Auch in der Lehre lassen sich Formate etablieren, die Kreativität und Muße bei den Studierenden fördern.

i-Doc „DE\GLOBALIZE"

Das i-Doc „DE\GLOBALIZE“ hebt hervor, dass Forschung (Forschungsgegenstand, -design und -ziel) immer vom Standpunkt und den Ansichten der*des Forschenden abhängig ist. Forschende bzw. Forschungsverbünde sollten sich dessen – und der Folgen für ihre Forschungstätigkeit und Forschungsergebnisse – bewusst sein. Die Reflexion der möglichen Relevanz von Geschlecht und Diversität sollte Bestandteil der Vorbereitung und Durchführung eines jeden Forschungsprojekts sein, um „blinde Flecken“ in Forschungsvorhaben zu vermeiden.

Auf dem Gender und Diversity Portal finden Sie eine umfassende Zusammenstellung von Informationen für Ihre Forschung, u. a. Checklisten zu Gleichstellung und Vielfalt in Forschungsanträgen und -projekten.

i-Doc „Neurobiologisches Korrelat"

Das i-Doc „Neurobiologisches Korrelat“ zeigt Interviews mit Prof. Dr. Anelis Kaiser Trujillo, Neurowissenschaftlerin und Professorin für Gender Studies in MINT. Sie regt u.a. dazu an, tradierte Forschungsstandards, -ansätze und -methoden, die Geschlechterbinarität als gegeben erachten (oder hinnehmen), zu hinterfragen. Denn: Geschlechtervielfalt ist Realität in der gesamten Hochschule! Sie hat nicht nur Einfluss auf Strukturen und Prozesse innerhalb der Institution, sondern auch auf Forschung und Lehre. Vor diesem Hintergrund ergibt sich Handlungsbedarf in der Hochschuladministration ebenso wie in der Forschung.

In der Rubrik Diversity in der Forschung finden Sie Checklisten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie der Stabsstelle Gender and Diversity, in denen hilfreiche Leitfragen zu Geschlechtervielfalt in der Forschung formuliert sind.